Weinheims Aufbäumen wird nicht belohnt

Verbandsliga Nordbaden, 5. Spieltag: TSG Weinheim – SV Sandhausen II 1:4 (0:1)

Die TSG formierte sich gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer in einem kompakten 5-4-1-System, in dem zwei tiefstehende Ketten den Gästen die Räume so eng wie möglich machen sollten. Bei eigenem Ballbesitz wurde daraus ein 3-4-3, da die beiden Außenverteidiger ins Mittelfeld aufrückten, aus dem sich Köse und Batur dann in die Angriffsreihe lösten. Matthias Kuhn, der sonst oft zwischen Abwehr und Mittelfeld pendelt, blieb zunächst situationsunabhängig fester Bestandteil der hintersten Linie. Im Tor gab Johannes Halbig sein Saisondebüt.

Nach zehn temporeichen und intensiven Anfangsminuten verflachte die Partie zunehmend, wenngleich Sandhausen etwas mehr vom Spiel hatte. Die Qualität der Tochancen ließ allerdings zu wünschen übrig, denn Schneider (13.) und Köse (20.) verzogen auf Weinheimer Seite ebenso deutlich, wie ein SVS-Schuss das TSG-Gehäuse verfehlte (24.). Ein schöner Spielzug über die linke Seite brachte den Gästen schließlich die Führung: Zwar konnte Halbig den ersten Abschluss nach Maßflanke noch parieren, Dahlkes erfolgreicher Nachschuss schien jedoch nicht ganz unhaltbar. Da die TSG auch in der Folge die durchaus vorhandenen Räume im SVS-Verbund aufgrund vieler unnötiger Abspielfehler nicht ausnutzen konnte, ging der Vorsprung der etwas ballsicherer agierenden Gäste zur Pause in Ordnung.

Nach dem Seitenwechsel baute TSG-Coach Schmitt sein Team um: Kuhn und Goudar verstärkten ab sofort permanent das Mittelfeld, dafür ließ sich Morscheid etwas tiefer fallen und bildete mit Keller und Vidakovic meist eine Dreierkette. Die Änderungen sollten sich auszahlen, denn Weinheim lieferte nun die besten 20 Minuten des Spiels ab. Zunächst scheiterte Köse mit einem berechtigten Foulelfmeter an Keeper Kristof, doch kurz darauf blieb Aiman Kurt – mit Entschlossenheit und Glück bis in den Strafraum vorgedrungen – vor dem Tor eiskalt und verwandelte mit rechts in die lange Ecke. Und auch im Anschluss blieb die TSG am Drücker und entschied viele kleinere Situationen für sich, während Sandhausens Trainer Glibo seine Elf erst wieder aus ihrem fehlerlastigen Verwaltungsmodus aufwecken musste.

Als ihm dies nach etwa 70 Minuten gelang und die Gäste wieder mehr Ruhe in ihr Spiel brachten, wendete sich das Blatt erneut. Begünstigt vom zu langsam reagierenden Halbig beförderte Hauk sogleich einen Freistoß aus dem linken Halbfeld zum 1:2 in die lange Ecke, woraufhin bei den Hausherren der zuvor gezeigte Mut und möglicherweise auch die nötigen Kraftreserven schwanden. Zwar köpfte Keller noch eine Freistoßflanke ans Außennetz (77.), doch als Jubin in einer 3-auf-2-Situation die TSG-Innenverteidigung alt aussehen ließ, war das Spiel entschieden. Erneut Jubin setzte mit dem 4:1 kurz vor Abpfiff den Schlusspunkt, indem er einen Foulelfmeter im Anschluss an einen der wenigen, aber gezielt gesetzten SVS-Konter sicher verwandelte.


 

TSG Weinheim: Halbig – Goudar (78. Lucchese), Keller, Kuhn (84. A. Goulas), Vidakovic©, Morscheid – Köse, Schneider, G. Goulas (78. Yücel), Batur (84. Romagnolo) – Kurt

0:1 Dahlke (31.), 1:1 Kurt (56.), 1:2 Hauk (72.), 1:3 Jubin (80.), 1:4 Jubin (89., FE)

Köse verschießt Foulelfmeter (53.)

 

Toraktionen: 10:11

Beste Spieler: Morscheid, Batur

Spielnote: 3,5 – beide Seiten konnten mit dem Ball wenig anfangen, herausgespielte Torchancen waren Mangelware; trotz der fünf Treffer eine eher durchschnittliche Verbandsliga-Partie.

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