TSG meldet sich zu Wort

Dieser Abend macht Appetit auf mehr! Beim Bezirksklasse-Comeback vor Wochenfrist noch in die Schranken gewiesen, belohte sich die Lützelsachsener „Erste“ gleich bei ihrer Heim-Premiere mit zwei wichtigen Zählern. Nach einem packenden Schlagabtausch weit über drei Stunden stand ein am Ende glücklicher, dennoch keineswegs unverdienter 9:7-Erfolg über den LSV Ladenburg II.

Das 1:9 in Hemsbach hatte seine Spuren hinterlassen. Gerade die Tatsache, dass man gegen den hohen Favoriten trotz einer ordentlichen Leistung so deutlich „abgefidelt“ worden war, sorgte für eine gewisse Skepsis im Lager der Bergsträßer. Und auch angesichts des erneuten Fehlens des etatmäßigen Punkt 3 und Manschaftsführers Johnny Hellinger wähnte man sich gegen die auf Bezirksebene erfahrenen Ladenburger in der Rolle des Underdogs. So musste nicht zuletzt ein unmittelbar vor Startschuss abgespieltes „Eye Of The Tiger“ herhalten, um der jungen Truppe den letzten lautstarken Kick mit auf den Weg zu geben.

Und tatsächlich schien dieses erstmals angewandte Mittel von Beginn an seine Wirkung zu entfalten, wenn auch nicht sofort in Form von Punkten: Ibba/Dremel unterlagen im Auftaktdoppel in vier Sätzen. Doch schon im Parallelspiel bahnte sich Gutes an, als Koch/O’Neal ihre Startschwierigkeiten schnell überwanden und in ebenfalls vier Sätzen den Ausgleich besorgten. Dann das erste Highlight des Abends: Im nachgeholten Doppel zwischen Hofmann/Bauer und dem Ladenburger Premium-Gespann Schlotawa/Sorau behielt das eher aus der Not heraus gestellte Lützelsachsener Duo überraschend klar die Oberhand und siegte mit 3:0. Hier schien was zu gehen!

Nachdem die Römerstädter durch Burger (3:1 gegen Koch) unmittelbar zum Ausgleich gekommen waren, legten die Gastgeber wieder einen höheren Gang ein. Da war zum einen Ibba, der nach seinen beiden verlorenen Hemsbach-Einzeln besonders gierig auf Punktejagd ging und mit dem 3:0 gegen Sorau die erste Saison-Beute nach Hause brachte. Zum anderen ein glänzend aufgelegter Timo Dremel, den das temporeiche Spiel in der Bezirksklasse zu beflügeln scheint, mit einem knappen 3:2-Erfolg über Schlotawa. Und auch der zu Runden-Auftakt noch fehlende Hofmann trug mit einem klaren 3:0 gegen Schieber maßgeblich zum 5:2-Zwischenstand bei.

Ladenburgs Antwort folgte im hinteren Paarkreuz, wo Lützelsachsens O’Neal mit Binmöllers Spiel nie ganz zurecht kam und Michael Bauer gegen Fink dreimal haarscharf den Kürzeren zog. Somit ein ausgeglichenes 5:4 vor der zweiten Einzelrunde; bereits jetzt konnte man sich auf einen längeren Abend gefasst machen.

Und das Spiel legte weiter an Spannung und Dramatik zu, vor allem als sich Ibba und Schlotawa nichts und noch weniger schenkten und der Ladenburger den fünften Satz mit 11:9 für sich entscheiden konnte. Auch die Partie Dremel vs. Sorau entwickelte sich schnell zu einem Hingucker und hielt mit zwei Verlängerungssätzen sowie einem 3:1 für Dremel das erfreulichere Ende für das Lützelsachsener Publikum bereit. Im Anschluss knackte Burger den Hofmann-Code, ehe sich Koch mit 3:0 über Schieber für seine Auftakt-Niederlage rehabilitierte.

Der Wermutstropfen des Abends fand im Spiel O’Neal vs. Fink seinen Weg ins „Saasemer“ Siegerbier: Beim Stand von 1:1 in Sätzen hatte der Lützelsachsener zunehmend mit Schulterschmerzen zu kämpfen und musste schließlich ganz aufgeben; sein Einsatz im nächsten Spiel ist noch ungewiss. Umso mehr lag es an Bauer, seiner Mannschaft auf der Zielgeraden des Spiels Zählbares zu bescheren, was ihm beim 3:0 gegen Binmöller mit Auge und Emotion bravourös gelang.

Somit lag im Schlussdoppel der „positive Druck“ auf Seiten der Gastgeber, hatten diese das Remis doch schon sicher in der Tasche; für Ladenburg galt es hingegen, den Fehlstart abzuwenden und wenigstens den einen Punkt nach Hause zu retten. Dass es schließlich sogar für einen Lützelsachsener Sieg reichte, ist einmal mehr dem gerade in jenen Spielsituationen zuverlässigen Doppel Ibba/Dremel zu verdanken, das sich zu keinem Zeitpunkt aus der Ruhe bringen ließ, auch nicht als Schlotawa/Sorau auf 1:2 Sätze verkürzten und besser in Spiel zu finden schienen.

Groß war also die Erleichterung nach Spielende. Endlich war es einer Lützelsachsener Mannschaft einmal gelungen, sechs Spieler gleichzeitig in ihrer annähernden Bestform an die Tische zu bringen, vor allem aber, sich auch in der höheren Klasse für eine starke Leistung mit Punkten zu belohnen.

Nach einer spielfreien Woche geht es für die TSG am 5. Oktober erneut zuhause gegen Ladenburgs „Erste“ im Kampf um den Klassenerhalt weiter. Ladenburg II reist bereits morgen wieder an die Bergstraße, dann als Gast beim TTV Weinheim-West II.

Spieler des Tages: Michael Bauer

Obwohl Timo Dremel sagenhaft aufspielte, fällt unsere Wahl auf Michael Bauer. Sein Eingangsdoppel mit Partner Hofmann erschütterte die Gäste in ihren Grundmauern und wird lange für Gesprächsstoff in der Kabine sorgen. Besorgte zudem den eminent wichtigen Zähler zur 8:7-Führung in überragender Manier.

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