Lützelsachsen ärgert den Favoriten

TSG Lützelsachsen – TTF Hemsbach 8:8

Sie wussten nicht so recht, ob sie sich über den lang ersehnten „Bonuspunkt“ freuen oder angesichts der vergebenen Matchbälle zum Sensationssieg ärgern sollten. Doch am Ende überwog die positive Seite, hatte man doch gerade den Tabellenzweiten auf Augenhöhe gefordert und sich damit für die 1:9-Lehrstunde aus dem Hinspiel eindrucksvoll rehabilitiert. Die TSG Lützelsachsen bleibt somit auf Kurs in Richtung Klassenerhalt in der Bezirksklasse Rhein-Neckar und im bei jedem Heimspiel auf’s Neue mitfiebernden Umfeld ist man sich einig: So macht Abstiegskampf Spaß!

Die TSG nominierte für den mit Spannung erwarteten „Bergstraßen-Clásico“ ihre besten sechs Akteure, somit auch den Winter-Neuzugang und Ex-Hemsbacher Peter Leide. Und auch die Gäste schickten ihre Stammbesetzung ins Rennen, da man nicht zuletzt durch den starken Lützelsachsener Auftritt bei Spitzenreiter Ladenburg durchaus gewarnt war.

Was sich seit Jahren als eines der Erfolgsgeheimnisse der jüngeren Lützelsachsener Tischtennis-Generation herausstellt, funktionierte auch diesmal perfekt: gewonnene Auftaktdoppel! Denn namentlich Ibba/Dremel T. und Leide/Koch sorgten mit ihren Siegen für die angestrebte 2:1-Führung der Hausherren; lediglich Hellinger/Hofmann mussten dem bislang ungeschlagenen Gespann Trieb/Dreißigacker den Vortritt lassen. Im Anschluss bewies Riccardo Ibba in einem Fünfsatzkrimi gegen Dreißigacker Nervenstärke und baute den Vorsprung bereits richtungsweisend aus. Hemsbach konterte zwar in Gestalt von Trieb und Korbus, die Timo Dremel bzw. Jonathan Hellinger vergleichsweise deutlich in die Schranken wiesen und damit den Ausgleich zum 3:3 herstellten. Doch spätestens als Peter Leide gegen Lotz die Oberhand behielt und auch Jens Hofmann gegen Müller das bessere Ende für sich verbuchen konnte, witterte man im TSG-Lager ob des 5:3-Zwischenstands die Chance auf einen nicht unbedingt einkalkulierten Punktgewinn.

Die Gäste gaben sich allerdings bei Weitem noch nicht geschlagen und zeigten in der Folge ihr ganzes Können. Da war zum einen Kornberger, der den zuletzt formstarken Timo Koch beim 3:0 kaum zur Entfaltung kommen ließ, zum anderen ein gewohnt zuverlässiges vorderes Hemsbacher Paarkreuz um Trieb (3:1 gegen Ibba) und Dreißigacker (3:2 gegen Dremel) – der Favorit hatte das Spiel auf einen Schlag gedreht.

Dass die aufstrebende Lützelsachsener Truppe über Teamgeist und Moral verfügt, hatte sie in den vergangenen Matches schon zur Genüge demonstriert, doch die Reaktion auf das 5:6 fiel zum Gefallen des heimischen Publikums abermals erstklassig aus. Zuerst biss sich Mannschaftführer Hellinger erfolgreich durch vier Sätze gegen Lotz und sorgte damit für den wichtigen Ausgleich, dann zwang Leide mit Korbus auch seinen zweiten Ex-Teamkameraden in die Knie. Als Hofmann im Duell mit Kornberger vor allem im spannungsgeladenen vierten Durchgang den puren Siegeswillen an den Tag legte und tatsächlich den Zähler zum 8:6 markieren konnte, war der TSG das Unentschieden schon nicht mehr zu nehmen. Doch war hier vielleicht sogar noch mehr drin?

Unter dem nun steigenden „positiven Druck“ der sich anbahnenden Überraschung ließ sich Koch gegen Müller nach einem starken ersten Satz noch den Schneid abkaufen und unterlag mit 1:3. Beim Spielstand von 8:7 musste somit zum dritten Mal in Folge das Schlussdoppel über das Lützelsachsener Schicksal entscheiden. Gegen das mit Abstand beste Bezirksklasse-Duo Trieb/Dreißigacker traten Ibba/Dremel, T. hier gewiss als Außenseiter an den Tisch, doch mit viel Herzblut und etwas Glück erarbeiteten sie sich eine 2:1-Satzführung sowie drei Matchbälle im vierten Durchgang. Das Spiel sollte aber noch eine allerletzte Wendung nehmen, denn das TSG-Gespann ließ zum Entsetzen seiner Anhänger alle drei Gelegenheiten zum Sieg liegen. Im finalen fünften Satz war der Lützelsachsener Widerstand schließlich gebrochen, sodass sich Hemsbach zumindest noch den einen Punkt sichern konnte.

Durch das Remis belegt die TSG weiterhin den siebten Tabellenrang, einen Zähler vor dem LSV Ladenburg II auf dem Abstiegs-Relegationsplatz. Bereits am Freitag steht für die Bergsträßer die schwere Auswärtsfahrt zu Mitaufsteiger DJK Wallstadt (respektabler Dritter) auf dem Programm, wenngleich man sich nach einem Auftritt wie diesem vor keiner Bezirksklasse-Mannschaft fürchten muss. Die TTF Hemsbach ließen trotz eines unmittelbar folgenden 9:2-Erfolgs bei St. Pius II im Titelrennen etwas abreißen und liegen nun drei Punkte hinter dem LSV Ladenburg.

 

Spieler des Tages: Jens Hofmann. Brachte mit seinem charakteristischen Spiel auch das hintere Hemsbacher Paarkreuz zur Verzweiflung und sicherte seiner Truppe mit einem leidenschaftlichen Auftritt das Remis. Aus Hemsbacher Perspektive kommt man nur schwer an Sebastian Trieb vorbei, der an der Hälfte aller TTF-Punkte seinen Anteil hatte.


 

TTC Heddesheim II – TSG Lützelsachsen II 1:9

Die Lützelsachsener Reserve kehrte mit zwei souverän erspielten Punkten im Gepäck vom Auswärtsspiel bei Tabellenschlusslicht Heddesheim zurück. Beim 9:1 punkteten die Doppel Dremel/Schröder, Baritz/Bauer, E. und Bauer, M./Stadler sowie David Baritz (2), Rolf Dremel, Martin Schröder, Michael Bauer und Alexander Stadler in den Einzeln; lediglich Erwin Bauer musste sich Markus Muley in vier Sätzen geschlagen geben.

Ein richtungsweisendes Match steht der Mannschaft jedoch am kommenden Samstag bevor, wenn der „De-facto-Tabellenführer“ aus Käfertal (Zweiter hinter Weinheim, aber 3 (!) Spiele weniger) an der Bergstraße gastiert. Das Team um Mannschaftsführer Michael Bauer hofft auf eine ähnlich große Kulisse wie zuletzt, um dem Rivalen in einer gut gefüllten Halle einen möglichst heißen Tanz bieten zu können. Zu Kuchen, Bier und leidenschaftlichem Lokalsport sind alle 7iebeneins-Leser herzlich eingeladen; der erste Aufschlag erfolgt um 17 Uhr in der Turnhalle der Hans-Joachim-Gelberg-Grundschule Lützelsachsen.


 

TSG Lützelsachsen III – DJK St. Hildegard/Lindenhof III 4:9

Eine weitere bittere Heimniederlage musste die dritte TSG-Vertretung im Kellerduell gegen Lindenhof einstecken. Zwar konnte man durch den Doppelerfolg von Schröder, G./Röth sowie die siegreichen Einzel von Günter Schröder und Alexander Gleich mit 3:2 in Führung gehen, jedoch hatten die Mannheimer den längeren Atem und siegten – unterbrochen von einem weiteren „Ehrenpunkt“ durch Günter Schröder – mit 9:4. Mit nunmehr vier Punkten Rückstand belegt die TSG weiterhin den letzten Platz in Kreisklasse B. Gleichwohl gratulieren wir Antonio Alarcon zu seinem Heimdebüt und freuen uns auf zahlreiche weitere Einsätze des ehrgeizigen „Quereinsteigers“.

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