Gerechtes Remis im Mestalla

La Liga, 1. Spieltag: FC Valencia – Atlético Madrid 1:1 (0:1)

Im Aufeinandertreffen zweier nahezu identischer Spielsysteme interpretierten die Gäste aus Madrid das flache 4-4-2 gewohnt defensiv und beschränkten ihre Angriffsbemühungen auf wenige Tempogegenstöße. Einen solchen nutzte Correa nach einer traumhaften No-Look-Vorlage durch Weltmeister Griezmann, der mit seinem Steckpass gleich vier Verteidiger aus dem Spiel nahm, zum 0:1; wenige Minuten später scheiterte Diego Costa am hervorragend reagierenden Neto. Ansonsten formierten sich die Colchoneros tief in der eigenen Hälfte, wo Koke und Saúl Ñíguez vor der Viererkette kaum eine bespielbare Lücke ließen und Lemar sowie Correa ihren jeweiligen Hintermann in der Defensivarbeit vorbildlich unterstützten. Der als hängende Spitze aufgebotene Griezmann blieb bis auf sein Kunststück vor dem Führungstreffer blass – wenn bei Atlético im ersten Durchgang etwas nach vorne ging, hatte meist Diego Costa seine Füße im Spiel.

Auf Seiten der Gastgeber übernahmen Parejo und Kondogbia den zentralen Part im Mittelfeld, während Neuzugang Daniel Wass etwas überraschend auf den linken Flügel beordert wurde und sich dort ordentlich einfügte. Dennoch erzeugte Valencia vor dem Seitenwechsel kaum Torgefahr, da es dem Passspiel durch die Mitte an Präzision mangelte und auf den Außenbahnen kein einziger Lauf bis auf die Grundlinie gelang – so waren die beiden Sturmspitzen weitestgehend abgemeldet bzw. mussten sich vor allem in Gestalt von Rodrigo die Bälle selbst aus dem Mittelfeld besorgen. Da die zaghaften Angriffsbemühungen der Blanquinegros immer wieder nach dem selben Schema erfolgten, hatte der amtierende Vizemeister wenig Mühe, seinen Vorsprung in die Pause zu bringen.

Auch im zweiten Durchgang zunächst das gleiche Bild, indem Valencia bis tief in die gegnerische Hälfte vordringen konnte, um sich spätestens 30 Meter vor dem Tor im dichten Gestrüpp der Atlético-Defensive zu verlieren. Wie aus dem Nichts fiel dann der Ausgleich: Wass leitete im Strafraum eine weite Querverlagerung direkt in die Mitte weiter, wo Rodrigo von Godíns Stellungsfehler profitierte und den mit der Schulter mitgenommenen Ball wuchtig und unhaltbar für Oblak einschweißte.

Als Simeones Mannen die zwischenzeitlich präsenteren Gastgeber wieder weiter vom eigenen Tor fernhalten konnten, begann die Zeit der Wechsel: Valencia brachte mit den Neuzugängen Gameiro und Batshuayi zwei frische Stürmer, von denen der Ex-Dortmunder einen engagierteren Einstand feierte; Atlético sorgte mit der Herausnahme von Griezmann und Correa, den der defensivere Thomas ersetzte, für die Absicherung des Spielstandes. So verflachte die Partie zunehmend, zwei Halbchancen der Gäste jeweils im Anschluss an einen Eckball blieben die Ausnahme. Und da auch Valencia in der Schlussphase aus zwei guten Kontergelegenheiten keinen Profit schlagen konnte, stand unter dem Strich ein gerechtes 1:1, mit dem beide Teams durchaus zufrieden sein können.


 

FC Valencia: Neto – Piccini, Garay (67. Diakhaby), Gabriel Paulista, Gayà – Parejo©, Kondogbia – Carlos Soler (76. Batshuayi), Wass – Rodrigo, Santi Mina (67. Gameiro)

Atlético Madrid: Oblak – Juanfran, Savic, Godín©, Filipe Luis – Saúl Ñíguez, Koke – Correa (81. Thomas), Lemar (63. Vitolo) – Griezmann (72. Gelson Martins) – Diego Costa

0:1 Correa (26.)

1:1 Rodrigo (56.)

 

Schiedsrichter: Jesús Gil Manzano

Gelbe Karten: Garay, Rodrigo – Juanfran, Savic, Filipe Luis

Toraktionen: 8:7

Beste Spieler: Gabriel Paulista, Wass – Savic, Correa

Spielnote: 3,5 – taktisch geprägte Partie ohne das ganz große Tempo, aber mit zwei herausragenden Highlights in den Torvorlagen durch Griezmann und Wass.

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