Gelungener Auftakt für ManUnited

Premier League, 1. Spieltag: Manchester United – Leicester City 2:1 (1:0)

Keine 120 Sekunden waren gespielt, als Leicesters Amartey in Volleyball-Manier für den ersten Aufreger der neuen Premier-League-Saison sorgte – berechtigter Handelfmeter für die Gastgeber, den Pogba nach bemerkenswertem Trippel-Anlauf (Zaza!) sicher verwandelte. Nach knapp zehn flotten United-Minuten übernahmen die Gäste mehr und mehr die Initiative, ohne allerdings gefährliche Situationen zu kreieren; erst nach einer halben Stunde wurde de Gea von Maddison erstmals ernsthaft geprüft. Die Schlussphase der ersten Halbzeit gehörte dann wieder den Red Devils, die sich in Gestalt von Shaw und Pogba vorsichig im Torabschluss versuchten.

Auch der zweite Durchgang zeigte zunächst ein ausgeglichenes Bild: wenige Torraumszenen, dafür jedoch diverse taktische Kniffe als Hingucker für den geübten 7iebeneins-Analysefuchs. So agierte beispielsweise Uniteds Rashford im Spiel gegen den Ball als vorderster Anläufer, während sich Sánchez meist auf den linken Flügel zurückfallen ließ. Bei Ballbesitz rückte der schlitzohrige Chilene dann unverzüglich ins Zentrum, um die Außenbahn für Rashfords Antritt zu räumen. Lukakus Hereinnahme beendete dieses Wechselspiel schließlich zugunsten eines bulligen Fixpunkts in unmittelbarer Tornähe. Darüber hinaus überraschend stark bei den Gastgebern: Andreas Pereira, Rückkehrer aus Valencia, der aufgrund der zahlreichen erst kürzlich ins Training eingestiegenen WM-Fahrer vor die Viererkette gespült wurde und dort eine mehr als solide Partie ablieferte. Bei den Gästen erwies sich ebenfalls der linke Flügel als der aktivere, da Neuzugang Maddison das ohnehin angriffsfreudige Duo Chilwell/Gray permanent aus dem Zentrum heraus unterstützte.

Der einzige Treffer der Foxes wurde jedoch über rechts eingeleitet: Nachdem Ricardo Pereiras Effet-Flanke per Aufsetzer an den Pfosten geprallt war, musste der eingewechselte Vardy in der Nachspielzeit nur noch die Rübe hinhalten, um zum 1:2 zu verkürzen. Knapp zehn Minuten zuvor hatte sich der aufgerückte Shaw auf der Gegenseite einen Mata-Chip wohl unfreiwillig mit dem Schienbein an eben jenem Pereira vorbeigelegt und seine eigene Vorlage trocken zur Vorentscheidung vollendet – Sonderlob von Coach Mourinho inklusive.

Ein solches dürfte auch Paul Pogba erhalten haben, der keine vier Wochen nach dem WM-Triumph von Moskau 85 Minuten lang durchhielt und sich dabei offensiv wie defensiv als einer der besten United-Akteure des Abends präsentierte. 59-Millionen-Mann Fred (von Schachtjor Donezk gekommen) deutete zumindest phasenweise an, dass er die ihm zugedachte Rolle als Unterstützer und Entlaster des Franzosen zufriedenstellend auszufüllen vermag.


 

Manchester United: de Gea – Darmian, Bailly, Lindelöf, Shaw – A. Pereira – Fred (76. McTominay), Pogba© (84. Fellaini) – Mata, Rashford (67. Lukaku) – Sánchez

Leicester City: Schmeichel – Amartey (63. Ghezzal), Morgan©, Maguire, Chilwell – R. Pereira, Ndidi, Adrien Silva (80. Iborra), Gray – Maddison (63. Vardy) – Iheanacho

1:0 Pogba (2./HE, Amartey)

2:0 Shaw (83., Mata)

2:1 Vardy (90+2., R. Pereira)

 

Schiedsrichter: Andre Marriner

Gelbe Karten: A. Pereira, Fred – Amartey

Toraktionen: 7:6

Beste Spieler: Bailly, Pogba, Sánchez – Chilwell, Gray

Spielnote: 2,5 – kein Auftakt-Spektakel wie im letzten Jahr, dennoch ein taktisch ansprechendes und durchweg spannendes Match.

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