Dzeko-Tor entscheidet hektische Schlussphase

Serie A, 1. Spieltag: FC Turin – AS Rom 0:1 (0:0)

Turin-Coach Mazarri formierte sein Team auf Basis der von ihm bevorzugten Dreierkette, in der Altmeister Moretti neben den beiden Neuzugängen Izzo und Nkoulou agierte. Davor räumte der Ex-HSVer Rincón zentral ab, oft unterstützt von Meïté, während Baselli auf der halbrechten Seite höher anlief und bei Ballbesitz die zurückhaltende Spielweise von Außenverteidiger de Silvestri (und bald Aina) kompensierte. Auf dem linken Flügel strahlte Berenguer etwas mehr Offensivdrang aus, öffnete damit jedoch hin und wieder seinen Rückraum für potenzielle Gegenstöße der Gäste. In vorderster Front bearbeitete Belotti zentral den Strafraum, der umtriebige – und gelegentlich etwas überdrehende – Iago Falque stieß meist über rechts in Richtung Sturmzentrum.

Nach forschem Beginn ebbte das Kombinationsspiel der Hausherren rapide ab, selten gelangen Passstaffetten über mehr als drei Stationen. Umso häufiger wurden die Bälle hoch und lang nach vorne geschlagen, wo Belotti und Iago Falque gegen die hochgewachsene Römer Innenverteidigung fast keinen Stich setzten. Gefahr für das Tor der Gäste entstand dementsprechend nur bei deren Ballverlusten; konsequent zuende gespielt wurde aber nur einer der wenigen Turiner Gegenstöße: In der 39. Minute schlenzte Rincón den Ball über Olsen hinweg an die Latte.

Der Vorjahresdritte aus der Hauptstadt bemühte sich zunächst um Ballbesitz und Spielkontrolle. Im Mittelfeld sollte 25-Millionen-Mann Pastore – abgesichert von de Rossi und Strootman – offensive Akzente setzten, blieb jedoch weitestgehend blass und wurde nach vergebener Großchance im zweiten Durchgang ausgewechselt. Auf Rechtsaußen sorgte Cengiz Ünder (und später Matchwinner Kluivert) gemeinsam mit dem immer wieder aufrückenden Florenzi für mehr Schwung als auf der Gegenseite Kolarov und der unauffällige El Shaarawy. Edin Dzeko beteiligte sich als klassische Sturmspitze kaum am Kombinationsspiel und lauerte stattdessen auf Abschlüsse.

War die erste Halbzeit noch von mäßigem Tempo und vielen Unterbrechungen geprägt, nahmen die Gastgeber zu Beginn der zweiten Hälfte ihr Herz in die Hand und wurden direkt mit einem Treffer belohnt – dessen Anerkennung revidierte der insgesamt unsichere Schiedsrichter di Bello aber nach über zwei Minuten wegen einer angeblichen Abseitsstellung. In der Folge nahm das Spiel deutlich mehr Fahrt auf und beide Teams kamen regelmäßig zu Abschlüssen: Die Römer durch Cengiz Ünder, Dzeko, Pastore und erneut Dzeko, Turin vor allem durch nun besser ausgespielte Konter in Gestalt von Meïté, Belotti und Iago Falque.

Als Mazzarri wegen heftiger Proteste des Innenraums verwiesen wurde, war endgültig gehörig Dampf im Kessel. In dieser aufgeheizten Atmosphäre behielt Roma-Youngster Kluivert bei seinem Spaziergang durch die Turiner Hintermannschaft jedoch kühlen Kopf, bediente mit viel Übersicht Dzeko am langen Pfosten, der den Ball gefühlvoll über Sirigu hinweg zum 1:0-Sieg in die Maschen hob.


 

FC Turin: Sirigu – Izzo (79. Bremer), Nkoulou, Moretti – Rincón (86. Soriano) – de Silvestri (26. Aina), Baselli, Meïté, Berenguer – Iago Falque, Belotti©

AS Rom: Olsen – Florenzi, Manolas, Fazio, Kolarov – de Rossi© – Strootman, Pastore (76. Schick) – Cengiz Ünder (70. Kluivert), Dzeko, El Shaarawy (60. Cristante)

0:1 Dzeko (89.)

 

Schiedsrichter: Marco di Bello

Gelbe Karten: Iago Falque – Florenzi, Fazio, Dzeko

Toraktionen: 9:9

Beste Spieler: Rincón, Iago Falque – Florenzi, Cengiz Ünder, Kluivert

Spielnote: 3 – der offene Schlagabtausch in der Schlussviertelstunde entschädigte für ein über weite Strecken langatmiges und zähes Match.

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