Chancenlos gegen den Meister

Premier League, 1. Spieltag: FC Arsenal – Manchester City 0:2 (0:1)

Arsenals neue Zeitrechnung hat mit einem deutlichen Dämpfer begonnen. Im ersten Spiel ohne Arsène Wenger seit fast 22 Jahren unterlagen die Gunners dem souveränen Vorjahresmeister auf heimischem Platz mit 0:2 und blieben dabei über 90 Minuten erstaunlich harmlos. Die Gäste aus Manchester machten nur phasenweise ernst, zogen der Emery-Elf jedoch mit Treffern zur richtigen Zeit gekonnt den Zahn.

Der aus Paris gekommene Arsenal-Coach schickte mit Sokratis und Guendouzi zwei Neuzugänge von Beginn an auf den Rasen. Während der Ex-Dortmunder eine solide Partie in der Innenverteidigung ablieferte, hatte der 19-jährige Franzose vor allem zu Beginn mit seiner Nervosität zu kämpfen und hinterließ auch in der Folge nicht immer den sichersten Eindruck. Das vielversprechende Kreativduo Özil-Mkhitaryan blieb deutlich unter seinen Möglichkeiten und schaffte es kaum, den pfeilschnellen Aubameyang in Szene zu setzen. Und da die beiden eigentlich offensiv ausgerichteten Außenverteidiger Arsenals durch die doppelt besetzten City-Flügel in der Defensive gebunden wurden, fanden die Gastgeber keinen aussichtsreichen Weg vor das gegnerische Gehäuse. Erst mit der Umstellung auf eine Doppelspitze (mit Lacazette) und der Hereinnahme des Uruguayers Torreira keimte phasenweise die Möglichkeit eines Torerfolgs auf, wirklich zwingend fielen diese Bemühungen jedoch nicht aus.

Guardiolas Strategie der permanenten Positions-Rochade ging hingegen voll auf. Aus der Viererkette in der Defensivarbeit löste sich Linksverteidiger Mendy bei Ballbesitz sofort ins Mittelfeld, um dort als zusätzliche Anspielstation zu fungieren; Walker auf rechts betrieb dieses Spiel weniger konsequent, wusste aber mit vereinzelten Sprints auf die Grundlinie zu überzeugen. Während Fernandinho vor der Abwehr zuverlässig absicherte, übernahm Gündogan einen etwas offensiveren Mittelfeld-Part, ohne dabei allerdings besonders hervorzustechen. Die großen Momente gehörten Anderen: In der ersten Halbzeit Sterling, der mit seinem zweiten Torschuss zum 0:1 traf, im zweiten Durchgang Bernardo Silva mit einer satten Direktabnahme zum 0:2 sowie der durchweg umtriebige Agüero als Bearbeiter des gesamten vorderen Drittels. Neuzugang Mahrez von Leicester City klebte auf rechts – anders als sein Gegenstück Sterling – meist an der Seitenlinie und schaffte es nur mit einem gefährlichen Linksschuss kurz vor der Pause auf den 7iebeneins-Notizzettel. Dass Guardiola nach einer Stunde den noch nicht wieder austrainierten de Bruyne als Joker bringen und mit Gabriel Jesus sowie Sané weiteres Edelpersonal nachlegen konnte, unterstreicht die herausragende Kaderbreite der Citizens und deren Rolle als Topfavorit auf die Titelverteidigung.


 

FC ArsenalCech© – Bellerín, Mustafi, Sokratis, Maitland-Niles (35. Lichtsteiner) – Guendouzi, Xhaka (70. Torreira) – Ramsey (55. Lacazette) – Özil, Mkhitaryan – Aubameyang

Manchester City: Ederson – Walker, Stones, Laporte – Gündogan, Fernandinho© – Bernardo Silva, Mendy – Mahrez (60. de Bruyne), Agüero (79. Gabriel Jesus), Sterling (87. Sané)

0:1 Sterling (14.)

0:2 Bernardo Silva (64.)

 

Schiedsrichter: Michael Oliver

Gelbe Karten: Sokratis, Xhaka – Sterling, de Bruyne

Toraktionen: 5:10

Beste Spieler: Sokratis, Lichtsteiner – Bernardo Silva, Mendy

Spielnote: 3 – temporeicher Auftakt, ehe City mit der Führung im Rücken weitestgehend in den Verwaltungsmodus umschaltete und nichts mehr anbrennen ließ.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.