8:8 nach 3:8 – Lützelsachsener Renaissance!

TSG Lützelsachsen – TTG 05 Birkenau   8:8

Totgesagte leben länger. Dass an diesem Sprichwort etwas dran sein muss, wird seit Donnerstag jeder Einzelne bekräftigen, der an diesem Abend Zeuge eines der kuriosesten Duelle dieser Bezirksklasse-Saison wurde. Spieler und Zuschauer gleichermaßen durchlebten in den knapp dreieinhalb Stunden, in denen sich die Tischtennis-Mannschaften aus Lützelsachsen und Birkenau ein mitreißendes Match lieferten, sämtliche Gefühlslagen, die uns dieser Sport mit all seinen Eigenheiten bereitstellt. Und weil am Ende mit einer Punkteteilung die Hallenlichter gelöscht wurden, durften sich die Gastgeber zwar als moralischer Sieger fühlen, doch könnte bei der großen Abrechung im April genau dieser eine Zähler beiden Teams den Klassenerhalt bescheren – die Tauglichkeit hierfür wurde im direkten Vergleich jedenfalls eindrucksvoll nachgewiesen.

Die TSG Lützelsachsen startete in Bestzbesetzung in ihr Sportjahr 2018. Für den mindestens für den Rest der Runde ausfallenden Norman O’Neal trat somit erstmals Winterzugang Peter Leide als neuer Punkt 4 an den Tisch; zudem wurde der angeschlagene Timo Dremel im Doppel noch geschont und von seinem Vater Rolf vertreten. Die TTG Birkenau reiste mit eben jenen sechs Akteuren an die Bergstraße, die ihre Rückserie bereits zu Wochenbeginn in Wallstadt eingeläutet hatten.

Waren die Eingangsdoppel in der Vorrunde noch ein Garant für wichtige Lützelsachsener Punktgewinne, so ging diese Rechnung heuer überhaupt nicht auf. Besonders schmerzhaft: das Verspielen einer 8:2-Führung im vierten Satz und die anschließende 15:17-Niederlage im fünften Durchgang durch das Duo Hellinger/Hofmann. Da die Gespanne Ibba/Dremel R. und Leide/Koch – jeweils mit 1:3 – ebenfalls den Kürzeren zogen, startete die TSG mit einer denkbar ungünstigen 0:3-Hypothek in die Einzel.

Hier war es zunächst der emotionale Leader Riccardo Ibba, der mit seinem 3:1 über Plewik erstmals wieder Zuversicht bei seiner Truppe aufkeimen ließ. Und auch Timo Dremel zeigte, dass man sich auf Seiten der TSG noch lange nicht geschlagen geben wollte, er verlor sein Match gegen Alm jedoch in fünf engen Sätzen. Verdiente Punkte fielen daraufhin im mittleren Paarkreuz, wo Mannschaftsführer Jonathan Hellinger gegen Arnold deutlich die Oberhand behielt und Peter Leide im Duell mit Orlik lediglich den dritten Durchgang hergeben musste. Den Lützelsachsener Zwischenspurt konterten die Gäste aus dem Weschnitztal allerdings auf imposante Weise: Zuerst ließ sich Wolz kein bisschen von Jens Hofmanns „ungemütlichem“ Spiel beeindrucken, dann unterlag Timo Koch trotz starkem zweitem Satz mit 1:3 gegen Kolb. Somit standen für die TSG nach der ersten Einzelrunde ein 3:6 auf der Anzeigentafel und die Zeichen auf Rückrunden-Fehlstart.

Und Grund zur Hoffnung sollte es auch weiterhin erst einmal nicht geben, denn sowohl Ibba als auch Dremel verpassten in jeweils vier Sätzen wichtige Punktgewinne … 3:8 – Birkenau hatte das Remis bereits sicher in der Tasche. Als Minuten später Hellinger an Tisch 2 gegen Orlik das 1:2 kassierte, schien der Drops endgültig gelutscht (O-Ton aus der Halle: „Da spielen wir bis 23 Uhr und verlieren 3:9 gegen Birkenau …“) und der angestrebte Klassenerhalt damit in ernsthafter Gefahr.

Doch plötzlich wurde es noch einmal laut im Lützelsachsener Lager, denn Hellinger hatte – mit dem Rücken zur Wand – nicht nur den wichtigen vierten Durchgang für sich entschieden, sondern mit dem Gewinn des ganzen Matches auf 4:8 verkürzt. Dass Glück und Pech oft nahe beieinander liegen, musste daraufhin der Birkenauer Arnold feststellen, denn gerade als er gegen Leide bei 1:2-Satzrückstand besser ins Spiel fand, wurde er in der Verlängerung der vierten Runde von Netz bzw. Kante zum 15:17 überwunden.

Nun wieder im Glauben an einen möglichen Punktgewinn ließen sich die TSG-Spieler auch von der energischen Unterstützung von außerhalb der Bande tragen. Hofmann setzte sich in der Folge mit 3:0 gegen Kolb durch und auch Koch behielt trotz einiger Wackler gegen Wolz die Nerven und stellte tatsächlich den Anschluss zum 7:8 her. Im obligatorischen Schlussdoppel-Showdown ließen Hellinger/Hofmann gegen Alm/Plewik dann fast nichts anbrennen, brillierten im vierten Satz zwischenzeitlich gar und vergaßen im Zuge dessen das Punkten. Ein Time-Out zum richtigen Zeitpunkt sollte ihre Sinne jedoch wieder schärfen, sodass auch der letzte Zähler des Abends dem Konto der Hausherren zugeschrieben werden konnte.

Durch das hart erkämpfte Unentschieden bleibt Lützelsachsen Sechster, unmittelbar gefolgt von der pluspunktgleichen TTG Birkenau, die jedoch schon ein Spiel mehr absolviert hat. Die nächste Partie bestreiten die Bergsträßer am 27.1. beim Tabellenführer in Ladenburg, Birkenau gastiert am 3.2. bei der SG-DJK St. Pius/MTG Mannheim II.

Spieler des Tages: Erneut teilen sich zwei Akteure Amt und Würden. Zum einen Jonathan Hellinger, der mit einem Einzelerfolg die Wende einleitete und auch im Schlussdoppel zu großer Form auflief. Zum anderen Neuzugang Peter Leide als lange gesuchter „Qualitätsspieler“ mit gelassenem Traumeinstand.

Die Highlights des Spiels bei 7iebeneins TV:


 

TSV Badenia Feudenheim – TSG Lützelsachsen 2   6:9

Auch die zweite Lützelsachsener Mannschaft ist in Kreisklasse A erfolgreich in die Rückrunde gestartet und bewies dabei hervorragende Comeback-Qualitäten. Trotz grenzwertiger Rahmenbedingungen ließ sich die TSG-Reserve nicht aufs Glatteis führen und bog einen zwischenzeitlichen 5:6-Rückstand noch zum 9:6 um. Dabei überzeugten zunächst wie erhofft die Doppel, von denen die Gespanne Dremel/Schröder sowie Baritz/Bauer E. zum 2:1 punkteten. Nach überschaubarer erster Einzelrunde – Michael Bauer und Alexander Stadler waren erfolgreich – drehte das Team in der entscheidenden Phase des Spiels noch einmal auf und sicherte sich mithilfe der Zähler von David Baritz, Martin Schröder, erneut M. Bauer und Stadler sowie schließlich Erwin Bauer den insgesamt verdienten Auswärtssieg. Damit dürfte man sich auch der letzten Abstiegssorgen entledigt haben und kann die kommenden schweren Aufgaben nun noch befreiter angehen.

 

Die Lützelsachsener Drittvertretung verpasste in Kreisklasse B eine Überraschung bei der SG Laudenbach/Sulzbach III und rutscht damit auf den letzten Tabellenplatz ab. Beim 1:9 siegte lediglich das Doppel Gatzemeier/Röth; Hanns Werner schnupperte zweimal am Punktgewinn, unterlag jedoch beide Male knapp in fünf Sätzen.

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