8:8-Schocker in Wallstadt

Alles beim Alten im neuen Jahr für die TSG. Im vierten Rückrunden-Match ging es zum vierten Mal über die volle Distanz. Beim abermaligen Drama sicherten sich die Mannen um Kapitän Jonathan Hellinger bei der befreundeten DJK Wallstadt einen hochverdienten Punkt. Eine Serie aus Sicht der Bergsträßer hatte Bestand: Mit einem Marty Schröder an Board kann Lützelsachsen in Wallstadt einfach nicht verlieren.

Die Zutaten einer Farce der allerersten Güte waren aus Lützelsachsener Sicht ordinär, einfältig und brutal zusammengemischt. Man nehme vier Punkte aus der Mitte sowie vier Punkte im Doppel – voilà – fertig ist eine Schlachtplatte, die Kochlegende Paul Bocuse glatt fünf Sterne eingebracht hätte.

Zum Spiel: Wallstadts Nummer 1 Hardung fehlte erwartungsgemäß, da er aktuell den Globus bereist. Lieber Moritz, wir wünschen dir gutes Gelingen auf all deinen Wegen! Doch auch die TSG ging mit einer schweren Hypothek in das Match, glänzte die Nummer 2 der Gäste, Timo Dremel, krankheitsbedingt durch Abwesenheit.

Lützelsachsen kam schwer in die Gänge, da sowohl das Premium-Gespann Hellinger/Hofmann, als auch das aus der Not geborene „Opfer-Doppel“ Ibba/ Schröder jeweils den ersten Satz verloren und im zweiten Durchgang mit 6:10 hinten lagen. Doch beide Paare konnten den zweiten Satz noch drehen und legten im Anschluss gewaltig nach. Hellinger/Hofmann besiegten Hossner/Kajzar in fünf engen Sätzen, während ein entfesselter Schröder mit Partner Ibba das turmhoch favorisierte Duo Wagner/Schaal deutlich in die Knie zwang. Nachdem das Gespann Leide/Koch problemlos auf 3:0 erhöht hatte, war der Traumstart für die Gäste perfekt.

Doch die junge Mannheimer Kaderschmiede, die um den Aufstieg kämpft, meldete sich umgehend zurück. Wagner verkürzte gegen einen grandios aufspielenden Hellinger in einer Fünfsatzschlacht, während Ibba mit einem schmucklosen Auftritt Schaal den Vortritt lassen musste. Dann langte jedoch die „goldene Mitte“ der Gäste zum ersten Mal richtig hin. Sowohl Peter Leide, als auch der seit Monaten in Top-Form agierende Jens Hofmann zerlegten ihre Opponenten in sämtliche Einzelteile und schraubten das Ergebnis auf 5:2 hoch. Die Antwort des bärenstarken hinteren Paarkreuz der Hausherren hatte es jedoch in sich. Kajzar setzte sich glatt gegen Schröder durch, während Rüffer mit Koch wenige Probleme hatte.

So ging es mit einer hauchzarten 5:4-Führung für die Gäste in die finale Einzelrunde. Doch im Handumdrehen hatte der Favorit die Partie gedreht! Erst fidelte Wagner den abermals blassen Ibba ab und auch Hellinger fand gegen einen stark aufspielenden Schaal zu keinem Zeitpunkt die passenden Mittel. Nun war einmal mehr die prunkvolle Mitte der TSG gefordert und sie blieb keine Antwort schuldig. Hofmann besorgte in vier nervenaufreibenden Sätzen gegen Weber den Ausgleich, während Neuzugang Leide erneut als Leistungsträger glänzte und Hossner deutlich das Nachsehen gab. Erneuter Führungswechsel also, die TSG mit 7:6 in Front.

Doch das beste hintere Paarkreuz der Liga stellte auf 8:7 für die Hausherren! Kajzar behielt gegen einen zu spät in die Gänge kommenden Koch in vier Sätzen die Oberhand, derweil sich ein heroisch aufspielender Schröder, nach 0:2-Satzrückstand mit 10:12 im Entscheidungssatz Rüffer beugen musste. Somit musste zum vierten Mal in Folge das Schlussdoppel ran, um über Wohl und Wehe der TSG zu entscheiden.

Während die Wallstädter noch ausgiebig an der Taktik feilten, nutzte Hofmann die Zeit beim Einspielen mit seinem kongenialen Partner Hellinger für ein selten gesehenes Kunststück, als er einen Vorhandschuss durch seine Beine – fünf Meter hinter der Platte – zielsicher auf den Tisch hämmerte. Derart beschwingt sorgte das Lützelsachsener Premium-Gespann, mit einer an Lässigkeit nicht zu überbietenden Galavorstellung für den finalen Paukenschlag zum 8:8-Unentschieden. Wagner/Schaal sahen bei ihrer glatten Dreisatz-Niederlage überhaupt kein Land und mussten dem Lützelsachsener Zauberdoppel den Vortritt lassen.

Nur eine Woche nach dem Punktgewinn gegen den Tabellenzweiten Hemsbach besorgte sich die TSG gegen einen weiteren Aufstiegsaspiranten erneut einen Bonuspunkt und hat nun exzellente Chancen, die Klasse auf direktem Wege zu halten. Nächsten Samstag steht dann das richtungsweisende Match beim TTC Weinheim IV an. Sollte dort ein Sieg gelingen wäre der Klassenerhalt fast schon unter Dach und Fach.

Spieler des Tages: Marty Schröder. Bezwang das 1er Doppel der Hausherren nahezu im Alleingang und bot trotz 0:2-Satzrückstand im letztem Einzel des Abends einen unvergesslichen Fight, der unglücklich mit 10:12 im Entscheidungssatz endete. Auch die Herren Hofmann und Leide wussten mit maximaler Punktausbeute zu gefallen.

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