Der subjektive 7iebeneins-Tipptip

Für all diejenigen, die in dieser Saison mithilfe von Sportwetten auf das ganz große Geld hoffen, blicken wir ab sofort regelmäßig und exklusiv in die Glaskugel. Da wir aber auch gerne in andere Gläser blicken, kommen wir dabei hin und wieder zu manch sonderbarem Schluss. Den vielversprechenden Anfang macht der erste Spieltag der Premier League 2017/18, der an diesem Wochenende über die Bühne gehen wird.

FC Arsenal – Leicester City 2:0

Das Auftaktspiel am Freitag Abend geht eindeutig an Wengers Schützlinge, die danach weitere 23 Spiele ungeschlagen bleiben. Nachdem The Sun die Gunners Ende Januar ob des 14-Punkte-Vorsprungs auf Verfolger Huddersfield zm sicheren Meister 2018 kürt, folgt ein 0:3 in Swansea sowie eine Niederlagenserie biblischen Ausmaßes. Erst nach Wengers Rücktritt Mitte März geht es unter Interims-Coach Van Gaal wieder aufwärts. Am Ende reicht es zu Platz 4, dem Titelgewinn im League Cup und einer launigen Bankettrede des Tulpengenerals.

FC Watford – FC Liverpool 1:2

Hoffenheim im Kopf, die Hornets vor der Brust: ganz zähe Auswärts-Nummer für Liverpool an der Vicarage Road. Prödls Eigentor in der 93. Minute verleitet Klopp zu einem ekstatischen 50-Meter-Sprint samt Verlust der ersten Saisonbrille. Für Watford beginnt der Fluch des späten Gegentors, die ersten neun Spiele gehen allesamt in der Nachspielzeit verloren. Als Ex-Präsident Elton John über seine Kontakte zum Buckingham Palace und F.A-Boss William das pünktliche Abpfeifen von Watford-Spielen veranlasst, reicht es immerhin zu einem 1:1 gegen Stoke.

FC Chelsea – FC Burnley 7:1

Burnley, das wie erwartet ohne Neymar und Thiago Silva auskommen muss, beginnt euphorisch, gerät jedoch nach einer Ecke in Rückstand. Mit dem 0:2 brechen alle Dämme, Trainer Dyche fragt sich nach dem dritten Gegentor: „Was ist denn hier los?!“ Überragender Mann bei Chelsea: Mittelfeldmotor N’Toni Kanté, Edeljoker Willian überzeugt mit zwei Treffern. Die Clarets stehen nach ihrem „Burnley Horizonte“ auf Platz 20, den sie bis Saisonende nicht mehr verlassen.

Crystal Palace – Huddersfield Town 1:1

Als Huddersfield-Trainer Wagner seine Karriere bei der nordbadischen TSG Weinheim ausklingen ließ, kickte Palace-Coach Frank de Boer noch in der Provinz beim FC Barcelona. Doch der Niederländer hat aufgeholt, inzwischen begegnet man sich auf Augenhöhe. Aus gegenseitigem Respekt einigen sich die Beiden schon im Vorfeld auf eine Punkteteilung und schwelgen während der 90 Minuten Tea Time in längst vergangenen Zeiten zwischen Camp Nou und Sepp-Herberger-Stadion.

West Bromwich Albion – AFC Bournemouth 1:0

Schwere Kost in den Midlands. Die Truppe von Trainerfuchs Tony Pulis behält durch ein Kopfballtor von Innenverteidiger McAuley die Nase vorn. Die vorweihnachtliche Freude über den frühzeitig gesicherten Klassenerhalt wird lediglich durch die Unerreichbarkeit der internationalen Plätze getrübt. Dementsprechend geht man das Jahr 2018 entspannter an, was sich in der deutlich verringerten Kartenzahl von nur noch knapp sieben „Gelben“ pro Spiel widerspiegelt. Bournemouth wird seinem Ruf als Favoritenschreck gerecht und beraubt im Frühjahr nacheinander gleich drei Teams (Liverpool, ManUnited, Southampton) der letzten Titelchancen.

FC Southampton – Swansea City 3:1

… womit wir auch schon bei unserem Gehemtipp für diese Premier League-Saison wären. Sensibilisiert von einem 0:4 im Test gegen den FC Augsburg und begünstigt von einem machbaren Auftaktprogramm spielen sich die Saints im Herbst in einen Leicester-artigen Rausch, am Ende reicht es für Platz 3. Swanseas Coach Clement tauscht nach einer Niederlagenserie seinen Posten mit Willy Sagnol und wird Co-Trainer bei den Bayern.

FC Everton – Stoke City 2:1

Die Toffees tun sich zum Saisonstart traditionell schwer, in der Euro-League-Quali dümpelte man sich zu zwei 1:0-Erfolgen gegen den slowakischen Vertreter Ružomberok. Die Hoffnungen ruhen auf Rückkehrer Rooney, der im Tausch mit Lukaku aus Manchester kam, und Coach Koeman, dessen gezielte Einkaufspolitik durchaus ein Vordringen in die Ägide der großen Sechs erwarten lässt. Stoke, das den Abgang des schillernden Marko Arnautovic zu kompensieren hat, verschmilzt mit seinem Trainer endgültig zu einer amorphen Masse und spielt eine mäßige Runde. Oder wie Hughes‘ Ex-Coach Jupp Heynckes einst sagte: „Typich britich: weder Fich noch Fleich.“

Brighton & Hove Albion – Manchester City 0:2

Die Fußballwelt fragt sich, was Pep geritten hat, 138,5 Millionen allein für Außenverteidiger hinzublättern. Doch der katalanische Taktik-Poet wird uns alle eines Besseren belehren und die gefürchtete Flügelzange des Aufsteigers aus Brighton mit einer dreifachen Super-Super-Super-Außenverteidigung liquidieren. Da sich de Bruyne, Silva und Co. 85 Minuten lang in des Gegners Hälfte verschnörkeln, muss ein Gewaltschuss von Yaya Touré herhalten, um den Bock umzustoßen. Gabriel Jesus macht in der Nachspielzeit den Deckel drauf, woraufhin ihm Pep noch in der Mixed Zone mit Tränen in den Augen seine unendliche Liebe erklärt.

Newcastle United – Tottenham Hotspur 1:3

Kontrastprogramm zu ManCity und Konsorten, da Tottenham noch keinen Penny für neue Spieler ausgegeben hat. Sollten Alli, Kane und die beiden brachialen Belgier in der Innenverteidigung fit bleiben, ist der Titel drin, für einen Sieg bei Aufsteiger Newcastle reicht es zum Auftakt allemal. Am River Tyne hat man hingegen ganz andere Sorgen, die Magpies wären vermutlich schon zufrieden, wenn sie endlich den Ausgang aus dem Fahrstuhl finden würden.

Manchester United – West Ham United 2:0

Wenn am Sonntag Nachmittag zwei der schillerndsten Trainer der Premier League aufeinandertreffen, dürfte es an und diesseits der Seitenlinie stürmischer zugehen als auf dem Feld. Während sich Mourinhos Elf an Ergebnisfußball à la Special One versuchen wird, stößt die Abwehrreihe der Hammers früher oder später aufgrund der individuellen Klasse der roten Offensive an ihre Grenzen. Das 1:0 durch den eingewechselten Rashford erlebt West Hams Coach Slaven Bilic allerdings schon von der Tribüne aus, Mourinhos Freude wird hingegen von der drohenden 5-Spiele-Sperre für den noch ungeahndeten Flaschenwurf in Richtung seines kroatischen Kollegen getrübt.

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