3:2 nach 1:2 – TSG dreht nach der Pause auf

Verbandsliga Nordbaden, 1. Spieltag: TSG Weinheim – SG Heidelberg-Kirchheim 3:2 (1:2)

Nach dem vorhersehbaren Abstieg aus der Oberliga ist die TSG Weinheim mit einem Erfolgserlebnis in die neue Verbandsliga-Saison gestartet. In einem unterhaltsamen Spiel bei idealem Fußballwetter belohnte sich die Schmitt-Elf für eine überzeugende zweite Halbzeit mit drei Punkten – gewiss kein schlechter Auftakt angesichts der diesmal äußerst leistungsstark und ausgeglichen besetzten Liga.

Ehe sich das spärliche Weinheimer Publikum endlich einmal wieder an schnellen Spielzügen, schönen Toren und einer Führung der eigenen Mannschaft erfreuen konnte, galt es einen eher durchwachsenen ersten TSG-Durchgang zu überstehen. Zwar erholten sich die Bergsträßer schnell vom Schock des frühen, durch einen Stellungsfehler bedingten 0:1, indem Tahircan Acik nach sehenswerter Kombination eiskalt ausglich. Doch Heidelbergs Tiryaki sorgte mit einem herrlichen Außenrist-Treffer für einen abermaligen Rückstand der zunächst verunsichert auftretenden Gastgeber. Einzig ein Lattentreffer unmittelbar vor dem 1:2 hob den TSG-Anhang kurzzeitig aus den Holzbänken des altehrwürdigen Sepp-Herberger-Stadions.

Trainer Christian Schmitt scheint in der Kabine jedoch die richtigen Worte gefunden zu haben, denn mit dem Wiederanpfiff präsentierten sich seine Weinheimer um mindestens anderthalb Klassen verbessert. Die erste Großchance vergab der früh eingewechselte Dennis Meis noch völlig freistehend, kurz darauf köpfte David Keller nach einem Freistoß aus dem Halbfeld zum 2:2 ein. Spätestens jetzt war der Bann gebrochen und die Torchancen der TSG häuften sich fast im Minutentakt. Deren nächste nutzte der inzwischen ins Strumzentrum gerückte Aiman Kurt zur umjubelten Führung; dass Weinheims bärenstarker Nummer 7 in dieser Phase der Hattrick verwehrt blieb, haben die Gäste ihrem Torwart Gänsmantel und dem Pfoste zu verdanken.

Auch danach blieben die Hausherren – wenn auch weniger furios – am Drücker und kontrollierten das Geschehen nach Belieben. So dauerte es bis zur Schlussphase, ehe Heidelberg zu zwei weiteren Torgelegenheiten kam, doch sowohl ein Distanzschuss nach Stellungsfehler von TSG-Keeper Chira als auch ein wunderbar getretener Freistoß in der Nachspielzeit fanden lediglich den Weg an die Querstange.

Nach dem erneuten personellen Umbruch und trotz zahlreicher Ausfälle wusste die TSG Weinheim durch eine insgesamt gute Organisation zu überzeugen, die immer wieder durch die lautstarken Kommandos von Co-Trainer Deniz Yetkin forciert wurde. Vor der Viererkette mit durchaus offensivfreudigen Außenverteidigern (Patrick Morscheid auf links noch etwas mehr als Fabrizio Romagnolo rechts) sicherte meist Matthias Kuhn als einziger Sechser ab und setzte die kreativen Georgios Goulas und Noureddin Goudar auf den Halbpositionen immer wieder klug in Szene. Auch das Spiel in die Breite funktionierte bereits erstaunlich gut, da sowohl Kurt (bald gleichwertig abgelöst von Meis) als auch Mehmet Batur häufig das Eins-gegen-Eins suchten und gemeinsam mit dem jeweiligen Außenverteidiger permanent Überzahl auf den Flügeln schufen. In der Viererkette und in der Schlussphase direkt davor sorgte Lorik Bunjaku – abgesehen von den beiden Gegentreffern – stets für Ruhe und Ordnung.


 

TSG Weinheim: Chira – Romagnolo, Bunjaku, Keller, Morscheid – Goulas, Kuhn (71. Vidakovic), Goudar – Kurt (85. Leistikow), Acik (19. Meis), Batur (90. Stephan)

0:1 Brummer (2.)

1:1 Acik (10.)

1:2 Tiryaki (26.)

2:2 Keller (55.)

3:2 Kurt (61.)

 

Beste Spieler: Bunjaku, Goulas, Kurt

Spielnote: 2,5 – durchweg offenes Spiel mit einigen Torraumszenen. Heidelbergs Chancenvewertung in Durchgang eins zwang Weinheim zu einer wesentlichen Steigerung nach dem Seitenwechsel.

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